Ev. Kirchengemeinde Birkenau und Reisen

VORWORT DES NEUEN GEMEINDEBRIEFS

Liebe Gemeinde,

„glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.“ Dieser Satz, dieses Lied, aus der Operette "die Fledermaus " von Johann Strauß klingt nach Leichtigkeit. Man kann negative, belastende Erlebnisse loslassen, statt sich über das unabänderliche zu ärgern. Anstatt in der Vergangenheit zu leben, sollte man Fehler akzeptieren und sich auf Dinge konzentrieren, die man beeinflussen kann.

Dieses Zitat kann eine Brücke schlagen zwischen menschlicher Lebensweisheit und christlicher Hoffnung. Statt zu vergessen, gefällt mir persönlich besser, zu vergeben. Beten wir nicht darum, dass Gott unsere Schuld vergibt und "vergisst", um uns von der Last der Vergangenheit zu befreien? Und im 2. Korinther lesen wir, dass, wer zu Jesus gehört, das alte hinter sich lassen muss, um zu einer neuen Schöpfung zu werden. Doch können wir so leicht Dinge vergessen? Wir sollten uns nicht in Vergangenes hineinsteigern, sondern lernen, es zu akzeptieren.

Gott sagt nicht: „Vergiss dein Fehlverhalten", er sagt: "Bring es vor mich". Mit seiner Hilfe verliert es die Macht. Glücklich (oder selig) sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. Wir dürfen loslassen, weil Gott uns hält. Wir müssen nicht an Fehlern festhalten, wir dürfen sie abgeben. Im Buch Jesaja heißt es: „Ich gedenke deiner Sünden nicht.“ Wir dürfen also unser schweres Gepäck zurücklassen, um die Hände frei zu haben für das, was Gott uns heute schenkt. Wir dürfen das "was-wäre-wenn" loslassen, um im "hier-und-jetzt" zu leben. Ganz gleich, ob wir selbst einen Fehler gemacht haben, oder ob wir verletzt wurden; vergeben wir uns und anderen.

Bleiben Sie gesund und behütet.
Herzliche Grüße
Ihre Daniela Dörsam