Liebe Leserin, lieber Leser,
es gibt diese besonderen Sommerabende, an denen der Himmel zu leuchten beginnt. Goldenes Licht liegt über der Landschaft. Die Sonne versinkt langsam im Meer oder hinter den Hügeln. Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen.
Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl, wie aus dem Film „Mamma Mia!“: warme Sommernächte, Musik, Lachen und Tanzen - und dazwischen diese leise Melancholie. Die Ahnung, dass das Leben so kostbar ist, weil es nicht festgehalten werden kann. Gerade die Sonnenuntergänge erzählen uns davon. Sie sprechen von Schönheit und Vergänglichkeit zugleich. Vom Glück eines Augenblicks. Von Erinnerungen, die bleiben. Vom Älterwerden. Vom „Sommer des Lebens“.
Und mitten hinein klingt für mich dieser Vers aus Psalm 19: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes.“ Vielleicht bedeutet das: Gott begegnet uns nicht nur in großen Worten. Sondern manchmal ganz still - in einem Abendhimmel voller Farben. In Musik, die das Herz berührt. In Erinnerungen, die plötzlich wieder lebendig werden. In Menschen, die unser Leben heller gemacht haben.
Je älter wir werden, desto mehr tragen wir in uns: Freude und Verlust, Liebe und Abschiede, erfüllte und unerfüllte Träume. Manches tut weh. Manches lässt uns dankbar lächeln. Und manchmal schauen wir zurück wie auf einen langen Sommertag, dessen Licht langsam weicher wird. Doch auch der Abendhimmel erzählt noch von Gottes Schönheit. Vielleicht sogar besonders dann.
Denn Gottes Liebe endet nicht mit dem Vergehen der Zeit. Sie bleibt - wie das Leuchten am Horizont, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Warm. Zärtlich. Tragend.
So wünsche ich Ihnen und Euch in diesem Sommer Augenblicke des Staunens: beim Blick in den Himmel, beim Klang eines vertrauten Liedes, beim Erinnern und Hoffen.
Denn manchmal erzählt der Himmel mehr als Worte sagen können:
Dass unser Leben mit seinen Licht- und seinen Schattenseiten in Gottes Händen geborgen ist.
Es grüßt Sie/Dich ganz herzlich
und wünscht eine atemberaubend schöne Sommerzeit
Pfarrer Marcel Albert